Max Klug

Lernstrategien für Kinder: Welche Lernmethoden helfen in der Grundschule?

Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Vokabeltests - schon in der Grundschule ist Lernen ein fester Bestandteil des Alltags. Doch viele Kinder wissen gar nicht, wie man richtig lernt. Hier kommen Lernstrategien ins Spiel: Mit den passenden Methoden fällt das Lernen leichter, macht mehr Spaß und bringt bessere Ergebnisse.

In diesem Artikel zeigen wir dir, was Lernstrategien sind, welche Lernstrategien es gibt und wie du dein Kind beim Lernen unterstützen kannst.

Max Klug, Lernstrategien

 

Was sind Lernstrategien?

Lernstrategien sind bewusst eingesetzte Techniken, mit denen Kinder Informationen aufnehmen, verarbeiten und im Gedächtnis behalten können. Sie helfen dabei, Inhalte nicht nur auswendig zu lernen, sondern wirklich zu verstehen.

Je früher Kinder lernen, wie sie lernen, desto besser. In der Grundschule sollten sie verschiedene Lernmethoden ausprobieren, um herauszufinden, welche am besten zu ihnen passt - denn nicht jedes Kind lernt gleich.

Welche Lernstrategien gibt es?

Lernstrategien lassen sich in vier Kategorien einteilen. Sie ergänzen sich gegenseitig und fördern unterschiedliche Bereiche des Lernens:

1. Kognitive Lernstrategien

Diese Strategien beziehen sich auf die direkte Arbeit mit dem Lernstoff. Kinder verarbeiten hier aktiv Informationen, um sie besser zu verstehen und langfristig zu behalten. Typische Methoden sind:

  • Wiederholen, zum Beispiel durch lautes Vorlesen oder Abschreiben
  • Visualisieren, etwa durch Mindmaps oder Skizzen
  • Zusammenfassen, also Inhalte mit eigenen Worten wiedergeben

2. Metakognitive Lernstrategien

Diese Strategien helfen Kindern dabei, ihr eigenes Lernen zu planen, zu beobachten und zu reflektieren. Sie lernen, bewusst über ihr Lernen nachzudenken. Dazu gehören:

  • das Setzen von Lernzielen („Ich lerne heute fünf Vokabeln“)
  • das Reflektieren von Lernmethoden („Was hat gut funktioniert und was nicht?“)

3. Motivationale Strategien

Motivationale Lernstrategien fördern die innere Lernbereitschaft und den Umgang mit Erfolgen. Kinder lernen besser, wenn sie motiviert sind. Hilfreich sind dabei:

  • Selbstlob, also das bewusste Wahrnehmen eigener Fortschritte
  • kleine Etappenziele, um Motivation aufzubauen

4. Ressourcenstrategien

Hier geht es darum, die Lernumgebung und äußere Rahmenbedingungen optimal zu gestalten. Ein erfolgreicher Lernprozess wird unterstützt durch:

  • einen ruhigen Arbeitsplatz
  • geeignete Lernmaterialien wie Karteikarten oder Lernplakate
  • Pausen, Bewegung und ausreichend Schlaf

Besonders wichtig in der Grundschule sind die kognitiven und metakognitiven Lernstrategien. Sie bilden das Fundament für langfristigen Lernerfolg und helfen Kindern, sich selbstständig und mit Strukturwissen anzueignen.

Kognitive Lernstrategien: So arbeitet dein Kind mit dem Lernstoff

Kognitive Lernstrategien helfen Kindern, neue Inhalte zu verarbeiten und dauerhaft im Gedächtnis zu speichern. Sie eignen sich besonders für das Lernen von Fakten - wie Vokabeln, Rechenregeln oder Sachtexte.

Typische kognitive Lernstrategien:

  • Wiederholen: Inhalte laut vorlesen, abschreiben oder regelmäßig abfragen
  • Zusammenfassen: Gelesenes in eigenen Worten erklären - am besten schriftlich
  • Markieren: Wichtige Wörter im Text farbig hervorheben (gezielt, nicht alles!)
  • Visualisieren: Mindmaps oder Lernplakate gestalten
  • Eselsbrücken nutzen: Kreative Merksätze oder Reime

Beispiel: Dein Kind soll das Einmaleins lernen? Dann hilft ein Reim wie: „Sechs mal sechs, das weiß doch jeder, gibt sechsunddreißig – nicht mehr, nicht weniger.“

Metakognitive Lernstrategien: Lernen organisieren und verbessern

Metakognitive Lernstrategien stärken die Selbstständigkeit deines Kindes. Es lernt, seinen eigenen Lernprozess zu planen, zu beobachten und anzupassen - eine Fähigkeit, die für die gesamte Schulzeit wichtig ist.

Typische metakognitive Lernstrategien:

  • Ziele setzen: „Heute lerne ich zehn neue Englisch-Vokabeln.“
  • Lernzeit einteilen: Lernen in kleinen Einheiten mit Pausen dazwischen
  • Selbstkontrolle: Was habe ich schon gut verstanden? Was fällt mir noch schwer?
  • Strategien anpassen: Beim nächsten Mal eine andere Methode ausprobieren

Tipp: Besprecht abends gemeinsam: „Was hat heute beim Lernen gut geklappt?“

Weitere Lernstrategien: Motivation & Lernumfeld

Neben den kognitiven und metakognitiven Lernstrategien gibt es zwei weitere hilfreiche Ansätze:

Motivationale Strategien

Kinder lernen besser, wenn sie sich selbst motivieren können. Das kann ein Lob sein, ein Sticker auf dem Lernplan oder eine kleine Belohnung nach dem Üben.

Ressourcenstrategien

Die Umgebung macht einen großen Unterschied: Ein ruhiger, aufgeräumter Schreibtisch, gutes Licht, passende Materialien und regelmäßige Pausen verbessern die Konzentration. Auch Bewegung, Schlaf und Ernährung wirken sich positiv auf das Lernen aus.

Wie du dein Kind beim Lernen unterstützen kannst

Du musst kein Lerncoach sein, um deinem Kind zu helfen. Mit diesen Tipps stärkst du seine Lernkompetenz ganz einfach im Alltag:

  • Lerntyp erkennen: Hören, Lesen, Schreiben oder Bewegung - was hilft wirklich?
  • Offen sprechen: „Was hat dir heute beim Lernen geholfen?“
  • Gemeinsam testen: Verschiedene Lernstrategien spielerisch ausprobieren
  • Rituale schaffen: Feste Lernzeiten mit klaren Pausen
  • Positiv bestärken: Lob für den Einsatz, nicht nur für die richtige Antwort

Lernstrategien sind der Schlüssel zum Lernerfolg

Lernstrategien für Kinder sind keine starren Regeln, sondern praktische Werkzeuge, mit denen dein Kind selbstbewusst und strukturiert lernen kann. Wer früh versteht, wie man am besten lernt, hat langfristig mehr Erfolg - in der Schule und im Leben.

Ob mit kognitiven Lernstrategien wie Wiederholen und Visualisieren oder mit metakognitiven Methoden wie Planen und Reflektieren:
Dein Kind kann lernen, wie Lernen funktioniert und du kannst es dabei wunderbar begleiten.