Max Klug

Stadtteilschule

Hamburg hat 2010 eine neue Schulform eingeführt. Gesamtschulen, Realschulen und Hauptschulen wurden zu Stadtteilschulen zusammengeführt. Somit müssen sich Eltern nach der Grundschule entscheiden: Soll ihr Kind auf die Stadtteilschule oder das Gymnasium gehen? 

Dass Hamburg sich von jedem anderen Bundesland unterscheidet, kann erstmal verwirrend erscheinen. Aber keine Sorge - das Prinzip der Stadtteilschulen ist nach diesem Artikel für dich kein Rätsel mehr. Als Elternteil erfährst du hier, was Stadtteilschulen von anderen Schulformen unterscheidet und ob sie eine geeignete Schulform für dein Kind bieten könnten.

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Was ist eine Stadtteilschule?

An einer Hamburger Stadtteilschule können Kinder verschiedenste Schulabschlüsse erreichen. Dein Kind kann nach der 9. Klasse den Hauptschulabschluss, nach der 10. Klasse den Realschulabschluss und nach der 13. Klasse das Abitur erwerben. 

Im Gegensatz zur üblichen Entscheidung zwischen Gymnasium und Realschule kannst du dich in Hamburg gemeinsam mit deinem Kind für die Stadtteilschule entscheiden. Sie bietet deinem Kind die Möglichkeit, sich im eigenen Tempo zu entwickeln und den passenden Abschluss zu erreichen – ohne die Schule wechseln zu müssen. 

Gymnasium oder Stadtteilschule – Die Hauptunterschiede

Gymnasium

Lernstruktur und Tempo:

An einem Gymnasium ist das Lerntempo höher als an einer Stadtteilschule. Schüler sollten schon in der Grundschule eine gewisse Leistungsbereitschaft zeigen, die sie aufs Gymnasium mitnehmen. 

Leistungsdruck:

In der 5. und 6. Klasse befinden sich Schülerinnen und Schüler in der sogenannten Beobachtungsstufe. Diese ist dafür da, um zu schauen, ob die Kinder dem Leistungsdruck standhalten können. Wenn du, dein Kind und die Schule nach zwei Jahren feststellen, dass das Gymnasium doch nicht das richtige ist, mach dir keine Gedanken - ein Wechsel auf die Stadtteilschule ist jederzeit möglich.

Unterrichtsschwerpunkte:

Überweigend theoretischer Unterricht mit vielen Fächern aus Naturwissenschaften, Sprachen und Geisteswissenschaften.

Stadtteilschule

Lernstruktur und Tempo: 

Das Lernen an einer Stadtteilschule gestaltet sich etwas flexibler als an einem Gymnasium. Schülerinnen und Schüler haben mehr Zeit, um den Unterrichtsstoff zu erarbeiten. 

Leistungsdruck: 

Dadurch, dass mehrere Abschlüsse an einer Schule möglich sind, verringert sich der Leistungsdruck. Du und dein Kind müssen sich also nicht früh langfristig festlegen, welcher Abschluss am besten erreicht werden soll, sondern könnt euch häufiger umentscheiden, ohne die Schule wechseln zu müssen.

Unterrichtsschwerpunkte:

Praxisnaher Unterricht mit mehr Bezug zur Berufswelt, oft mit speziellen Fächern wie Technik oder Wirtschaft. Mit der weiterführenden Möglichkeit innerhalb von drei Jahren das Abitur zu erwerben. 

Ist eine Hamburger Stadtteilschule oder Gymnasium besser geeignet für mein Kind?

Du bist dir unsicher, welche Schulform geeigneter ist für dein Kind? Da bist du nicht allein! 
Die Entscheidung zwischen Gymnasium oder Stadtteilschule hängt von mehreren Faktoren ab.

Das Gymnasium ist eher für Schüler und Schülerinnen geeignet, die schon in der Grundschule leistungsstark sind und das Abitur anstreben. 
Stadtteilschulen eignen sich eher für die Kinder, bei denen es noch nicht sicher ist, welchen Abschluss sie anstreben wollen und welche ein langsameres Lerntempo bevorzugen. Je nach Entwicklung und Lernverhalten, können sich Kinder und Eltern, dann entscheiden.